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Zum Film „Alltag einer Supermacht“

"Reise durch ein zerrissenes Land – Von der kalifornischen Pazifikküste bis nach New York - Klaus Scherer ist für seine Reportage einmal quer durch die USA gereist. Der ARD-Korrespondent wollte zeigen, "wie groß und schön dieses Land ist. Und wie zerrissen". Er begleitete Zugschaffner in den Rocky Mountains und Farmer im Mittelwesten auf ihren Treckern. Er traf Menschen, die den Selbstmord-Sprung von der Golden-Gate-Brücke in San Francisco überlebten, und 70jährige, die in der Grundschule lesen und schreiben lernen. Nur so, glaubte Scherer, könne er den "Alltag einer Supermacht" dokumentieren. "Diese Reise hat mich einiges gelehrt über das Land", sagte Scherer dem Abendblatt. "Als wir mit Farmern in Iowa unterwegs waren, sagten die klar, Obama wolle den Reichen Geld wegnehmen, um es den Armen zu geben. Das sei nicht amerikanisch." Andererseits beklagten immer mehr Amerikaner, wie sehr das Land seine Kranken im Stich lasse. Überrascht habe ihn der Patriotismus, der das Land zusammen halte. Als Soundtrack hätte sein Team für die Reportage die Hymne variiren lassen: "Die hält nun den Film ebenso zusammen." Abenteuerliche Reisen sind der Beruf des 47-Jährigen, der Soziologie, Geografie und Publizistik studiert hat. 2006 war er "Auf dem Polarkreis unterwegs", zwei Jahre zuvor "Auf der Datumsgrenze durch die Südsee". Er verfilmte sein "Tagebuch aus Nordkorea", 2005 verbrachte er "Ein Jahr mit den Tsunami-Opfern". Seit 2007 ist Scherer nun US-Korrespondent. Seine jüngste Reportage beschreibt er als Experiment: "Es sollte ein politischer Reisefilm werden, der sowohl durch dieses Riesenland führt als auch durch die Streitthemen. Zudem sollte er immer mal nach dem deutsch-amerikanischen Verhältnis fragen. Alles jenseits von Washington und alltagsnah. Das ist eine Menge." (kaf)"
Hamburger Abendblatt, 29. Oktober 2008

"Hamburg. Fast wöchentlich springen verzweifelte Menschen von der Golden Gate Brücke in San Francisco in den Tod. Kurioserweise überlebt der eine oder andere den Sturz. Zum Beispiel Kevin. "Ich fiel wie ein Sack Steine aufs Wasser und wurde fast bewusstlos", berichtet er heute.
"Plötzlich merkte ich, wie mich am Bein etwas berührte und hochstubste." Es war ein Seelöwe, wie die Küstenwache später berichtete, der Kevin ins Leben zurückbeförderte. Heute stellt sich Kevin vor desillusionierte und unmotivierte Schüler, um ihnen mitzuteilen, dass sie ihr Leben nicht wegwerfen dürfen.
ARD-Korrespondent Klaus Scherer besuchte für seine Reportage "Alltag einer Supermacht", in der ARD an diesem Mittwoch (23.30 Uhr) zu sehen, mehrere Orte von der West- bis an die Ostküste, um zu zeigen, in welcher Verfassung sich das mächtigste Land der Welt wenige Tage und Wochen vor dem Wahlkampf befindet.
Die Schüler zum Beispiel, vor denen sich Kevin hinstellt, bleiben trotzdem bei ihrer Meinung. "Wenn Du nicht lauter Einsen schreibst, fühlst Du Dich als Versager", gibt ein Schüler zu Protokoll. Seine Freunde stimmen ihm zu.
In Kentucky begegnet Scherer dem Entwicklungshelfer Stan Brock, der Lastwagen und Flugzeuge mit seinen mobilen Behandlungsräumen belädt. Früher flog er zum Amazonas, um den Menschen dort zu helfen.
Doch zum einen ist der Sprit zu teuer geworden und zum anderen brauchen die vielen US-Amerikaner, die keine Krankenversicherung haben (davon gibt es 47 Millionen), seine Hilfe genauso. Stans Stab mit freiwilligen Helfern und Ärzten kümmert sich bei der Bevölkerung insbesondere um Zahnprobleme und um Brillen, aber auch um Kinderkrankheiten.
Wie groß die Verzweiflung bei einigen Menschen ist, schildert ein Zahnarzt im Gefolge von Stan Brock. Er habe eine Frau behandelt, der er 16 Zähne ziehen musste. Sie selber hatte sich vorher mit einer glühenden Drahtbügelspitze den Nerv abgetötet, um keine Schmerzen mehr zu haben.
Ein Patient weiß nicht so recht, wen er nun wählen soll, weil es keine klaren Aussagen zum Thema nationale Krankenversicherung gibt. "Hillary Clinton vertrat im Vorwahlkampf die Ansicht, es müsse eine Krankenversicherung für alle eingerichtet werden", sagt er. Aber nun hat Barack Obama sie geschlagen.
Scherer besuchte außerdem den Hausmeister der Freiheitsstatue in New York, setzte sich in die Eisenbahn und unterhielt sich mit Bauern in Iowa. "Ein jeder spiegelte auf seine Weise die Selbstzweifel der Supermacht wider, aber auch den Willen und die Zuversicht, neu anzufangen", sagt Scherer. "Als lebte in ihnen immer noch der Geist der Pioniere, die noch im Scheitern nie nach einer Regierung rufen würden." (dpa)"
Frankfurter Rundschau, 27. Oktober 2008

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